Hotel Drei Jahreszeiten
In diesem Buch finden sich vier unterschiedliche Menschen in verschiedenen Lebensphasen zusammen, die alle gerade auf der Suche nach dem Sinn ihres Lebens sind. Die Buchhändlerin Carla ist in der Mitte ihres Lebens angekommen und stellt sich die elementaren
Fragen: War es das und was kommt da wohl noch? Als ein Brief versehentlich bei ihr eingeworfen wird, findet sie die Geschichte dahinter so spannend, dass sie beschließt, dem Briefeschreiber Carlo zu helfen. Der ist Student und hat sich in Lissabon in ein Zimmermädchen verliebt. Außer ihrem Namen weiß er nichts über sie. Carla überredet ihren Nachbarn Kramer, der gerade einen alten Mercedes ohne TÜV geerbt hat, mit ihr und Carlo nach Lissabon zu fahren, um dessen Liebe zu suchen. Da auch Kramer gerade überlegt, was er mit seinem Leben anstellen soll, stürzt er sich in das Abenteuer. Bei einer Pause in Belgien lernen sie die alleinerziehende Rosalie kennen, die sich ihnen anschließt. Unterwegs sprechen sie über ihre Ängste, Sorgen und Probleme. Am Ende bleibt offen, ob sich alle Erwartungen erfüllen. Der Autor hat für seinen Roman eine ungewöhnliche Erzählperspektive gewählt, die Erzählerin ist eine Freundin von Carla, die weitschweifig wiedergibt und kommentiert, was Carla ihr erzählt hat. Ihr Ton hat etwas Drängendes, das die Leser:innen in den Roman hineinzieht.
Melanie Bremer
rezensiert für den Borromäusverein.
Hotel Drei Jahreszeiten
Stefan Gärtner
Literaturverlag Droschl (2026)
248 Seiten
fest geb.