Cult classic
Als sich die Redakteurin Lola bei einem Abendessen mit Freunden und ehemaligen Arbeitskollegen in Downtown Manhattan für einen Moment nach draußen begibt, läuft ihr Amos, ein Ex-Freund, über den Weg. Die Begegnung nach sechs Jahren belebt positive
Erinnerungen in ihr, zeigt aber, dass für Amos das Leben nach der Trennung erfolgreich weitergegangen ist. Auch Lola dürfte sich nicht beklagen, ist sie doch seit einer Weile mit Boots verlobt, der zuverlässig und ohne Dramen an ihrer Seite weilt. Ganz anders als ihre vielen vergangenen, meist kürzer als längeren Männerbekanntschaften. Und dennoch machen sich bei Lola distanzierte Gefühle bemerkbar. In den darauf folgenden Tagen trifft sie auf weitere Ex-Freunde. Pure Zufälle oder eher Schicksal, das sie gerade jetzt mit ihren vergangenen Entscheidungen konfrontiert? Hat gar die neue Unternehmung ihres ehemaligen Chefs und Freundes Clive etwas damit zu tun? – Wie das Festhalten an vermeintlichen Möglichkeiten das Einlassen auf tatsächlich Stattfindendes erschwert, zieht sich als Grundfrage durch den in der Ich-Perspektive geschriebenen Roman. Ein durchaus aktuelles Thema in einer Zeit, in der Dating-Apps unzählige potentielle „richtige“ Partner vorgaukeln.
Barbara Sckell
rezensiert für den Borromäusverein.
Cult classic
Sloane Crosley ; aus dem Amerikanischen von Alexander Wagner
Kein & Aber (2023)
379 Seiten
fest geb.