Waisenkind

Avital wächst in mehr als prekären Verhältnissen bei ihren Großeltern auf dem Land auf. Die Großmutter ist Alkoholikerin, der Großvater missbraucht sie. So nimmt Avital Reißaus, möchte ihren leiblichen Vater suchen, doch gerät sie von einem Waisenkind Desaster ins nächste. Nur wenige Menschen helfen ihr bedingungslos, meist sind es Männer. So scheint sie im alten Mossad-Agenten Achituv Porat einen ihr zugewandten Menschen gefunden zu haben. Oder trügt der Schein? „Waisenkind“ von Galit Dohan Carlibach ist ein sehr widerspenstiger Roman, den man sich als Leser:in mühsam erschließen muss. Die Autorin ist in Sderot, Aschdod und Jerusalem aufgewachsen und kennt das Land von innen. Das Buch zeichnet das Porträt einer zwiespältigen Gesellschaft zwischen Armut und Reichtum. In ihr versucht die erstaunlich resiliente Protagonistin Avital, ihren Platz zu finden. Der Schreibstil wirkt auf mich konstruiert, der Lesende verheddert sich durch "falsch gelegte Fährten", die den Erzählfluss des Romanes mühsam erscheinen lassen. Für eine erfahrene Leserschaft, die den kreativen Schreibstil schätzt.

Silvia Eilers

Silvia Eilers

rezensiert für den Borromäusverein.

Waisenkind

Waisenkind

Galit Dahan Carlibach ; aus dem Hebräischen von Ruth Achlama
Kein & Aber (2026)

331 Seiten
fest geb.

MedienNr.: 625474
ISBN 978-3-03-695067-9
9783036950679
ca. 23,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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