Zeit der Mutigen

Nachdem der Österreicher Leopold Anfang des Zweiten Weltkriegs desertiert ist, schließt er sich einem Roma-Volk an. Er schwängert die Tochter des Anführers und muss die Roma noch vor der Geburt seines Sohnes verlassen. Daheim wegen Fahnenflucht Zeit der Mutigen verurteilt, meldet er sich zum Einsatz an der Ostfront, um das KZ verlassen zu können. Auf dem Weg dorthin flieht er nach Bulgarien, wo er ein Erschießungskommando der Rotarmisten als Einziger überlebt, aber durch einen Kopfschuss sein Gedächtnis verliert. Die Schäferin Neda kümmert sich um Leopold, der sich nun Meto nennt, und sie verlieben sich. Die inzwischen schwangere Neda rettet Meto erneut das Leben, als sie ihn mit den Papieren eines anderen Soldaten in seine Heimat schickt, um ihn, einen angeblichen Spion, vor Stalins Schergen zu schützen. – Ein vielschichtiger Roman, durch dessen Protagonist drei Familiengeschichten miteinander verbunden werden, ganz am Anfang die von Eva, von der im Klappentext die Rede ist. Dinev gelingt es mit seinen differenziert gezeichneten Figuren, der bildhaften Sprache und seinen philosophischen Betrachtungen kritisch und spannend über Politik und Gesellschaft in Ost und West vom Zweiten Weltkrieg bis in die 1990er-Jahre zu erzählen, wobei er auch die schwierige Situation der Roma thematisiert.

Adelgundis Hovestadt

Adelgundis Hovestadt

rezensiert für den Borromäusverein.

Zeit der Mutigen

Zeit der Mutigen

Dimitré Dinev
Kein & Aber (2025)

1147 Seiten
fest geb.

MedienNr.: 622703
ISBN 978-3-0369-5079-2
9783036950792
ca. 36,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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