Orca

In zwei Zeitebenen wird der Verlauf der Geschichte erzählt. Cora, Anfang Zwanzig, arbeitet im Hier und Jetzt als Verkäuferin hinter der Fleischtheke des Supermarkts, als sie von der Verhaftung Olympia Mitterwalds wegen Terrorismus hört. Zwischen Orca Wurst, Kühlraum, Kunden und Kollegen holt sie die Vergangenheit ein. Diese ist drei Jahre alt und begann damit, dass sie ihre alte Freundin Olympia wiedertrifft. Es ist der Sommer des Lockdowns und Partys sind verboten, Schule findet oft nur online statt. Cora besucht mit Hilfe eines Stipendiums ein Elitegymnasium. Dort ist sie immer die Außenseiterin. Obwohl sie sich anstrengt, immer alles „richtig“ zu machen. Bei einer illegalen Party kommt es zu einem Eklat, an dem Olympia beteiligt ist. Durch sie gelangt Cora in einen Kreis von Protestlern, die Angst vor der Klimakrise und der totalen Zerstörung der Umwelt haben. Auch hier will sie unbedingt anerkannt werden. Dieser Kreis entwickelt sich immer extremer. Sie wollen vorbereitet sein und werden zu Preppern. Cora entwickelt für sie einen Plan, um eine „Direct Action“, eine effizient koordinierte Attacke, durchzuführen. Sie entwickelt Strategien und Listen, um so zu werden wie die anderen. Egal ob es die Schule oder die Gruppe um Olympia ist. Dabei verliert sie sich und erst im Rückblick durch Olympias Verhaftung und dem anstehenden Prozess, reflektiert und analysiert Cora die Ereignisse und kann letztendlich für ihr Verhalten einstehen. – Eine eindrückliche Mahnung, was passieren kann, wenn extreme Anschauungen eskalieren und auch vor Gewalt nicht zurückgeschreckt wird. Für eine anspruchsvolle Leserschaft empfohlen. Nominiert für den Deutschen Buchpreis.

Angela Hagen

Angela Hagen

rezensiert für den Borromäusverein.

Orca

Orca

Franziska Gänsler
Kein & Aber (2026)

364 Seiten
fest geb.

MedienNr.: 625691
ISBN 978-3-03-695099-0
9783036950990
ca. 25,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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