Morgen vielleicht
Bereits als kleines Kind versucht Lorca, sich ständig selbst zu verletzen, um überhaupt etwas zu fühlen. Schon immer ist sie bemüht, ihre Mutter glücklich zu machen, doch für alle ihre Bemühungen wird Lorca mit Kälte und Verachtung gestraft.
Die Mutter, die weder bei ihren leiblichen noch bei Ihren Pflegeeltern je Liebe erfahren hat, kann ihrer Tochter keine Liebe geben. Erst, als Lorca sich in Blot verliebt und sie ihre vermeintliche Großmutter kennenlernt, die das Rezept einer Lieblingsspeise der Mutter hütet, erfährt das Mädchen Zuneigung und Vertrauen. Einfühlsam und schonungslos tastet sich die Autorin an die Empfindungen und das Lebensgefühl besonders ihrer Protagonistin heran und entwickelt einen realistischen Plot über die Auswirkungen von Gefühl- und Sprachlosigkeit auf das menschliche Zusammenleben. Ohne zu werten, beschreibt sie detailliert alltägliche Situationen, die die Kommunikationsprobleme ihrer Figuren vor Augen führen. (Übers.: Anna-Christin Kramer)
Adelgundis Hovestadt
rezensiert für den Borromäusverein.
Morgen vielleicht
Jessica Soffer
Kein & Aber (2013)
376 S.
fest geb.