Unsere Namen
Als die Sozialarbeiterin Helen sich in den Afrikaner Isaac verliebt, prallen zwei Welten aufeinander. Helens Leben war bisher behütet und ereignislos, in gewisser Weise auch unselbständig, Isaac dagegen ist aus Uganda geflüchtet, wo er mit seinem
Freund die großen Unruhen nach dem politischen Umsturz erlebt und nur knapp überlebt hat. Helen begreift, dass ihr Leben zu wenig Gemeinsamkeiten hat, dass sie zu wenig echte Gespräche führen, zu wenig gemeinsame Erlebnisse haben. Nur Sex schafft nicht die vertraute Atmosphäre, die es braucht, um ein richtiges Paar zu werden. Aber die Umgebung macht es ihnen schwer. Obwohl es im Mittleren Westen der USA offiziell keine Rassentrennung mehr gibt, hat sich diese Haltung noch nicht überall durchgesetzt. Helen versucht, Isaacs Vergangenheit besser zu verstehen, um ihm näher zu sein. - Helen und Isaac erzählen abwechselnd, Isaac aus der Vergangenheit, Helen aus der Gegenwart. Mengestus Sprache ist direkt und schnörkellos. Fragen der Identität, der Herkunft und der kulturellen Bindung sind die Grundlage dieser eindringlichen, aber auch verstörenden Liebesgeschichte. (Übers.: Verena Kilchling)
Ulrike Braeckevelt
rezensiert für den Borromäusverein.
Unsere Namen
Dinaw Mengestu
Kein & Aber (2014)
333 S.
fest geb.