Metro

Um seine Schulden zu tilgen, die er für sein Start-up-Unternehmen benötigt, entschließt sich Software-Ingenieur Schihab, gemeinsam mit einem Freund eine Bank zu überfallen. Dabei agiert er mit einiger Härte gegenüber einem korrupten Bonzen, der Metro nach der Tat selbst versucht, seine illegalen Geschäfte zu vertuschen. Zuvor wurde Schihab Zeuge der Ermordung eines Chauffeurs, während ein Freund später bei Straßenprotesten ums Leben kommt. Der 2008 entstandene Comic verarbeitet die latente Gewalt in der ägyptischen Gesellschaft und erwies sich als Vorzeichen der Frühjahrsrevolution von 2011. Angesichts seiner direkten, scharfen Kritik an Korruption und rückständigen Verhältnissen überrascht es nicht, dass Autor / Zeichner Magdy El-Shafee zu einer Geldstrafe verurteilt und sein Werk verboten wurde. Grafisch und inhaltlich weist die Geschichte um das Schicksal eines jungen Unternehmers zwar Schwächen auf: Sowohl das Layout als auch die illustrativen Mittel zwischen Graffiti-Anklängen, Karikatur, Cartoon-Einlagen und realistischer Hell-Dunkel-Gestaltung wirken etwas uneinheitlich, wie auch der Plot mit seinem abrupten Ende etwas sprunghaft erscheint. Doch als realistischer Blick auf die ägyptische Gegenwart und die Reaktionen unterschiedlicher Gesellschaftsschichten bleibt der Band durchaus diskussionswert.

Gregor Ries

Gregor Ries

rezensiert für den Borromäusverein.

Metro

Metro

Magdy El-Shafee
Ed. Moderne (2012)

96 S. : überw. Ill.
kt.

MedienNr.: 573365
ISBN 978-3-03731-099-1
9783037310991
ca. 18,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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