Überlebt!

Protagonistin dieser Bilderzählung rund um den Putsch der rechten Militärs unter General Pinochet und den Sturz des gewählten Präsidenten Chiles, Salvador Allende, im September 1973 ist Carmen Castillo. Heute lebt sie als Dokumentarfilmerin vorwiegend Überlebt! in Paris. Seinerzeit war sie mit Miguel Enríquez liiert, Kopf der linksradikalen MIR (dt.: Bewegung der revolutionären Linken). Nach dem Putsch leistete die MIR Widerstand gegen das neue Regime, ging in den Untergrund und wurde von Militär und Geheimdienst brutal verfolgt. Gefangenen Mitgliedern wurden unter Folter Geständnisse abgepresst und nicht wenige bezahlten ihr Engagement mit dem Leben. Bei einem Zugriff der Geheimpolizei im Oktober 1974 wurde Enríquez erschossen und seine schwangere Lebensgefährtin Castillo gefangen genommen. Ihre Ausweisung nach Frankreich verdankte sie einer großangelegten internationalen Solidaritätsaktion. Die klar für die politische Linke Partei ergreifende Erzählung lässt die inzwischen hier fast vergessenen Ereignisse in Chile Anfang der 70er Jahre wieder aufleben. Manche Illustrationen zu den brutalen Foltermethoden des Regimes können schockierend wirken. Wegen des hohen Preises nur für ausgebaute Bestände in finanzstarken Büchereien.

Siegfried Schmidt

Siegfried Schmidt

rezensiert für den Borromäusverein.

Überlebt!

Überlebt!

Maximilien Le Roy ; Loïc Locatelli
Ed. Moderne (2016)

125 S. : überw. Ill. (farb.)
fest geb.

MedienNr.: 585317
ISBN 978-3-03731-148-6
9783037311486
ca. 29,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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