Sokrates verlässt das Reich der Schatten
Nach dem Trank des Schierlingsbechers begegnet Sokrates im Jenseits seinem Widersacher Thrasymachos, der auch vor seinen Richtern keine Einsicht über sein Verhalten im früheren Leben zeigt. Während Sokrates als Schnake, als Hund und als Gefangener,
der zum Lichte strebt, seine Wiedergeburt erlebt, trifft Thrasymachos seine Wahl gemäß den früheren Lebensgewohnheiten, die ihn schließlich in den "Tartaros" bringt. - Diese politische Parabel, in der die beiden Protagonisten Machtrausch und Größenwahn sowie Vernunft und Einsicht symbolisieren und in der die bunten flächigen Zeichnungen fantasievoll den Text illustrieren, ist für ältere Jugendliche und Erwachsene verständlich, die mit Platons philosophischen Ideen und Vorstellungen z.B. von der Seelenwanderung, vom Staat oder der Ideenlehre vertraut sind. Kinder ab 10 Jahren können von Erwachsenen (Eltern oder Lehrern) mit Hilfe der Geschichte an philosophische Fragen herangeführt werden.
Helmut Eggl
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Sokrates verlässt das Reich der Schatten
erzählt von Yan Marchand. Ill. von Yann Le Bras
Diaphanes (2016)
Platon & Co.
63 S. : überw. Ill. (überw. farb.)
fest geb.
Borromäus-Altersempfehlung: ab 10