Seit ich fort bin
Nach einem Einbruch in ihre Prager Wohnung reist Mirjam zurück nach Ostdeutschland in ihre ehemalige Heimat. Viele Erinnerungsstücke hat sie im Gepäck, aus Angst, auch diese zu verlieren. Dabei quellen sie immer wieder aus ihrem Koffer: ihre Jugend
in der DDR, die Schwierigkeiten nach dem Mauerfall, Drogen, Liebe, Freundschaften wollen besehen und aufgearbeitet werden. Führt das vorwärts oder zurück? Mirjam ist ruhelos, sie denkt viel an ihre Freundin Anis, die sich das Leben nahm. Doch bei Mirjam muss es weitergehen, sie ist schwanger von Obren, einem Serben, der illegal in Deutschland lebt. Doch wie soll das alles werden? - Ein Buch über Zerrissenheit und Fragen nach dem Sinn, Aufarbeitung der Vergangenheit und Ratlosigkeit über die Zukunft. Ein schweres Buch, das Zeit braucht, voller Probleme steckt. Doch am Ende bleibt der Leser mit dem Gefühl der Hoffnung zurück. Für größere Bestände und anspruchsvolle, geduldige Leser/innen.
Tina Schröder
rezensiert für den Borromäusverein.
Seit ich fort bin
Henriette Vásárhelyi
Dörlemann (2017)
236 S.
fest geb.