Miss Betony in Gefahr
Die Gouvernante Emma Betony ist nun in dem Alter, in dem man sich über den Ruhestand Gedanken macht. Viel Geld hat sie nicht, denn bereits in den 1940er-Jahren war Altersarmut ein Thema. Es wird wohl ein Platz im Seniorenheim werden, aber da erhält
sie einen Brief einer ehemaligen Schülerin, die sie darum bittet, ihr bei der Leitung eines Mädcheninternats zu helfen. In diesem Haus, das ursprünglich als Pflegeheim diente und in dem noch zwei pflegedürftige Damen leben, gehen mysteriöse Dinge vor. Während eine der Damen vorgibt, langsam mit Arsen vergiftet zu werden, schwören andere Bewohnerinnen auf die Beratung eines Hellsehers. Emma soll Licht ins Dunkel bringen und ist plötzlich selbst in Gefahr. – Dieser klassische englische Krimi aus der Feder der bereits 1948 verstorbenen Autorin ist nicht nur atmosphärisch dicht und spannend, er zeichnet auch ein Bild von alleinstehenden Frauen zur Zeit des Zweiten Weltkrieges. Wer sich an die etwas in die Jahre gekommene Sprache gewöhnt hat, wird Freude an diesem wenig blutigen, aber spannenden Krimi mit erstaunlichem Plot-Twist haben. Als Ergänzung des Krimibestandes einsetzbar.
Barbara Dorn
rezensiert für den Borromäusverein.
Miss Betony in Gefahr
Dorothy Bowers ; aus dem Englischen von Jan Wilm
Dörlemann (2026)
Alibi
331 Seiten
kt.