Ich bin der Winter
Pampa ist ein junger Polizist, der mit einem Kollegen in einem kleinen Nest in der argentinischen Provinz eine Wache leitet. Auf einem Kontrollgang findet er im Wald eine erhängte junge Frau, die Pampa aus seinem Dorf kennt. Pampa legt sich auf die
Lauer, um den Mörder zu überraschen, der schließlich wirklich erscheint. Doch dann eskaliert alles, zumal Pampa durch die ganzen Ereignisse an seine eigene Vergangenheit erinnert wird, deren Geister ihn bis heute nicht losgelassen haben. – Romeros Roman ist in Argentinien mit Recht hochprämiert worden: Er ist zum überwiegenden Teil als Innerer Monolog geschrieben, was dem Autor erlaubt, die psychischen Bedingtheiten aller Protagonisten und ihre Lebensgeschichte meisterhaft herauszuarbeiten. Dabei fällt es dem Leser zunehmend schwerer zu unterscheiden: Was ist richtig und falsch, gut und böse, real oder eingebildet, normal oder neurotisch. So endet der Roman auch mit einem offenen Schluss. Wirklich ein außergewöhnliches Buch und ein absolutes Lesevergnügen für alle, die Interesse haben an der psychologischen Entwicklung der Personen und die sich gern auf ein Buch einlassen, bei dem sich alles anders entwickelt, als man anfänglich gemeint hat.
Günter Bielemeier
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Ich bin der Winter
Ricardo Romero ; aus dem Spanischen von Stephanie von Harrach
Lenos Polar (2026)
284 Seiten : Illustration
fest geb.