Omertà

Der Untertitel des Buches - Camorra, Cosa Nostra und 'Ndrangheta - zeigt schon auf, dass Mafia der Oberbegriff des organisierten Verbrechens in Süditalien und Sizilien ist. Im ersten Teil, der sich mit der Geschichte der Mafiaorganisationen von 1851 Omertà bis 1943 befasst, geht es von den ersten Vereinigungen mit dem Ziel, durch Verbrechen reich zu werden, bis hin zu festgefügten Organisationen mit klaren internen Regeln, die u.a. den absoluten Gehorsam einfordert. Immer wieder beleuchtet der Autor den Kampf der staatlichen Organisationen gegen dieses organisierte Verbrechen. Man lernt aber auch sehr schnell, dass Polizei und Staatsanwaltschaft in Teilen bereits unterwandert sind. Im zweiten Teil verfolgt der Autor die Entwicklung ab dem Zweiten Weltkrieg. Er zeigt auf, wie es den staatlichen Organisationen langsam gelingt, in die vernetzten Strukturen einzudringen und führende Mafiosi den Richtern zuzuführen. Die ganzen Ausführungen sind unterlegt mit einer Vielzahl von realistischen Erzählungen, die sich ungemein spannend lesen lassen. So empfindet man die mehr als 800 Seiten nie als zu viel. - Für alle Leser, die historisch interessiert sind, aber auch für Zeitungsleser, die sich immer wieder von den Vorgängen um die kriminellen Vereinigungen in Süditalien und Sizilien schockieren lassen.

Gerd Fleder

Gerd Fleder

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

Omertà

Omertà

John Dickie
S. Fischer (2013)

891, [32] S. : Ill., Kt.
fest geb.

MedienNr.: 576039
ISBN 978-3-10-013910-8
9783100139108
ca. 24,99 € Preis ohne Gewähr
Systematik: So, Ge
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