Die Frau, die ins Innerste der Welt tauchte

Erst ihre Tante Isabelle, Erbin einer mexikanischen Thunfischfabrik, bringt der autistischen, misshandelten Karen das Sprechen bei. Karen liebt es, sich im Taucheranzug im Meer treiben zu lassen und mit der Natur zu verschmelzen. Als ihre Tante sie Die Frau, die ins Innerste der Welt tauchte zum Tierwissenschaftsstudium schickt, versucht Karen, sich mehr und mehr den "Standardmenschen" anzupassen. Doch sie kann nicht lügen und hat keine Phantasie. Sie findet die Worte Descartes verrückt, ist von Darwins Theorien begeistert. Als sie von der Uni fliegt, weil sie in einem Wutanfall einen Professor verletzte, widmet sie sich der Verbesserung des Thunfischfangs. Dabei kommt ihr eine geniale Idee. - Die mit mehrfachen Preisen ausgezeichnete Autorin studierte Psychologie, vielleicht wählte sie deshalb eine Autistin als Protagonistin. Karens ungewöhnliche Weltsicht macht es ihr möglich, aus dem üblichen Profitdenken auszuscheren und das Leben über alles zu setzen. Etwas, was den "Standardmenschen" leider nur selten möglich ist. Da das Buch wie von Karen geschrieben erscheint, gibt es Eigenheiten in Sprache und Schreibstil. Es ist gut durchdacht, schräg und etwas ganz Besonderes. (Übers.: Angelica Ammar)

Tina Schröder

Tina Schröder

rezensiert für den Borromäusverein.

Die Frau, die ins Innerste der Welt tauchte

Die Frau, die ins Innerste der Welt tauchte

Sabina Berman
S. Fischer (2011)

302 S.
fest geb.

MedienNr.: 568155
ISBN 978-3-10-021606-9
9783100216069
ca. 19,95 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
Diesen Titel bei der ekz kaufen.