Das Geheimfach ist offen

Die meist in der Frankfurter Rundschau erschienenen Bücherbesprechungen der Redakteurin und Alfred-Kerr-Preisträgerin sind gleichsam zu einem Lesebuch über moderne Literatur zusammengefasst. 45 Artikel, in sechs Kapiteln geordnet, berichten über Das Geheimfach ist offen französische Schriftsteller, hauptsächlich aber von deutschsprachigen Romanen. Dabei klingt häufig das Thema Sexualität an. Zu einer Art Selbstdarstellung wird Hartwigs Rückblick auf ihre Erfahrungen als junge Schülerin mit der antiautoritären und ordinär-provokativen Bananen-Schallplatte Klaus Wagenbachs, ohne dass die Erwachsene die damalige Instrumentalisierung der Kinder anspricht. Sie selbst stellt sich als Fan von Arnold Stadler vor. Mit viel Einfühlungsvermögen wird z.B. das Erinnerungsbuch von Lars Brandt an seinen Vater, den ehemaligen Bundeskanzler, sowie der Briefwechsel zwischen Gudrun Ensslin und Bernward Vesper vorgestellt. Gemeinsam ist den Beiträgen Hartwigs Faszination, die von der jeweiligen literarischen "Persona", der jeweiligen Besonderheit eines Textes oder eines Autors ausgeht. Im Vorwort reflektiert sie die Aufgaben eines Kritikers. - Für größere Bestände.

Bernhard Grabmeyer

Bernhard Grabmeyer

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

Das Geheimfach ist offen

Das Geheimfach ist offen

Ina Hartwig
S. Fischer (2012)

335 S.
fest geb.

MedienNr.: 571144
ISBN 978-3-10-029103-5
9783100291035
ca. 19,99 € Preis ohne Gewähr
Systematik: Li
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