Was wir sind und was wir sein könnten
In diesen kulturkritischen Anmerkungen fordert der Neurobiologe den Wechsel der Gesellschaft von der Ressourcenausnutzung zur Potenzialentfaltung. Er macht dies fest an der Entwicklung unseres Gehirns, das sich erfahrungsabhängig nach der Geburt strukturiert
und jene neuronalen Verknüpfungen und synaptischen Netzwerke aufbaut, die uns helfen, uns überall zurechtzufinden. Aber erst durch Begeisterung für etwas und nicht durch Dressur, Belohnung und Bestrafung wird das Gehirn zur Entfaltung angeregt, eröffnet dem Menschen neue Erfahrungsräume und lässt ihn seine Potenziale entfalten und Haltungen wie Achtsamkeit, Selbstdisziplin, Verantwortlichkeit ausbilden. Deshalb sollten wir uns nicht formen lassen, sondern Gestalter unseres Lebens werden, Kreativität entwickeln, alte Denkmuster abbauen und z.B. Bildung und Erziehung neu denken. Ob diese Erkenntnisse nur Wünsche bleiben und der Realität zum Opfer fallen, wird erst die Zukunft entscheiden können. Interessant und lesenswert sind diese Überlegungen aber allemal.
Helmut Eggl
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Was wir sind und was wir sein könnten
Gerald Hüther
S. Fischer (2011)
188 S.
fest geb.