Susanna im Bade
Hans Achberg, ehemals Besitzer einer Pharmafirma, verkauft diese, um sich fortan ausschließlich seiner Kunstsammlung (Hauptmotiv: die Schönheit) zu widmen, die er stetig ausbaut, auch mit Schwarzgeld. So verbringt er seine Tage auf der Jagd nach
schönen Frauen und Bildern mit schönen Frauen. Er steht zwischen Klara, der Chefin eines Arthotel Konzerns, und der bezaubernd schönen geheimnisvollen Susan Palmer. Eines Tages taucht eine Frau auf, um Achberg wegen seines Geldes im Ausland zu erpressen. Die Ereignisse nehmen ihren Lauf und die Handlung nimmt Fahrt auf. Nach mysteriösen Todesfällen in Achbergs Freundeskreis gerät er immer stärker in den Sog eines Verfolgungswahns; ein befreundeter Kunstsammler begeht nach dem "Besuch" der Steuerfahndung Selbstmord; ein weiterer verschwindet spurlos; Achberg glaubt ebenfalls in Gefahr zu schweben, nicht nur verfolgt, sondern getötet zu werden. - Der mit Kunstwerken als Kapitelüberschriften gegliederte Roman erzählt in erfreulich erfrischender Sprache mit anspruchsvollen Formulierungen vom Wettkampf um Kunst und Frauen und liefert eine amüsant-ironische Schilderung des Kunstbetriebs, dabei nicht frei von gängigen Klischees. Ein feinsinniger, geistreicher Roman - allen Büchereien eindringlich empfohlen.
Wilfried Funke
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Susanna im Bade
Wolfgang Herles
S. Fischer (2014)
271 S.
fest geb.