Die sterblich Verliebten
Miguel und Luisa lieben sich aufrichtig, wie Maria, eine zunächst nur wohlwollend interessierte Beobachterin, feststellt. Aus ihrer Sicht wird diese spannende, psychologisch unerhört intensive Liebesgeschichte erzählt. Eines Tages wird Miguel auf
grauenvolle Weise getötet. Zufällig findet die Erzählerin heraus, dass sein bester Freund für diesen Mord verantwortlich zu sein scheint. Veranlasste er die Tat, weil er seinem Freund ein schlimmes Siechtum ersparen oder weil er ihn - unrettbar verliebt in dessen Frau Luisa - in seinem Liebeswahn aus dem Weg räumen wollte? Und wie bedrohlich ist die Lage für die Erzählerin, die der Wahrheit kurioserweise gerade deshalb immer näher kommt, weil sie sich in den vermeintlichen Mörder zu verlieben beginnt? Es gibt keine einfachen Wahrheiten in diesem spannenden Liebes- und Kriminalroman, nur Wahrscheinlichkeiten. Es gibt nicht das eindeutig Gute oder das eindeutig Böse und schon gar nicht die Liebe schlechthin. Der durch seinen Erfolgsroman "Mein Herz so weiß" auch bei uns bekannt gewordene Autor erweist sich in diesem raffiniert konzipierten, psychologisch äußerst subtil erzählten Liebesroman als (manchmal allzu) wortreicher Meister sprachlicher und inhaltlicher Differenzierung. Empfehlenswert! (Übers.: Susanne Lange)
Die sterblich Verliebten
Javier Marias
S. Fischer (2012)
429 S.
fest geb.