Drei Bauern auf dem Weg zum Tanz
Peter Mays, gelangweilt von seinem Beruf als Journalist in Boston, fährt in die für ihn nichtssagende Stadt Detroit. Dort geht er in ein Museum, wo ihn ein Foto des Kölner Fotografen Sander in seinen Bann zieht. Das Foto aus dem Jahre 1914 zeigt
drei junge Männer auf dem Weg zum Tanz. Es inspiriert Mays zu einer Geschichte über das Schicksal dieser Männer, aus denen für ihn drei Brüder werden, Bauern aus dem Westerwald, deren Illusionen durch die beiden bevorstehenden Weltkriege zum Scheitern verurteilt sind. Powers nimmt die Fotografie und den Fotografen Sander, dessen Bilder in der Nazizeit verboten waren, zum Anlass, Exkurse über die beiden Weltkriege und deren Hintergründe, aber auch über die Entwicklung der Fotografie einzubinden. Die in die Handlung eingestreuten philosophischen Abhandlungen, die einen hohen Abstraktionsgrad erreichen, erschweren es, dem Gang der Geschichte zu folgen. Trotz der vielen humorvollen Passagen und der skurrilen Begebenheiten keine leichte Lektüre, dennoch empfehlenswert. (Übers.: Henning Ahrens)
Adelgundis Hovestadt
rezensiert für den Borromäusverein.
Drei Bauern auf dem Weg zum Tanz
Richard Powers
S. Fischer (2011)
461 S.
fest geb.