FBI
Tim Weiner, Journalist bei der "New York Times", wurde bereits mit zwei Pulitzer-Preisen für seine Recherchen im Geheimdienstbereich ausgezeichnet. Während es da vor allem um CIA (s. BP/mp 08/776) und Pentagon ging, nimmt er sich mit diesem Buch
das FBI, seine Geschichte, seine Untersuchungen, aber auch seine vielen Skandale vor. Er zeigt die Rechtsbeugungen und Rechtsbrüche auf, mit denen die Organisation der nationalen Sicherheit gedient hat. Die Behörde wurde ursprünglich als Bureau of Investigation 1908 gegründet. Erst im Jahre 1934 wurde das Tragen von Schusswaffen offiziell erlaubt. Im Juli 1935 bekam das BI mit dem Zusatz "Federal" seinen endgültigen Namen: FBI. Nach dem Tod des schon legendär zu nennenden Direktors J. Edgar Hoover, der das FBI über einen Zeitraum von 48 Jahren als quasi autonome Einrichtung leitete, erlitt der Ruf des FBI aufgrund bekannt gewordener Machtmissbräuche und durch Einsätze des "Büros" zu politischen Zwecken einen spürbaren Verlust seines Ansehens in der US-Bevölkerung. Mittlerweile werden deshalb die Aktionen der Organisation durch ständige Ausschüsse des Kongresses überwacht. Das spannend und gut lesbar geschriebene Buch stellt nicht nur entscheidende Personen wie J. Edgar Hoover und andere Zeitzeugen vor, sondern lässt den Leser viele Aktionen, auch negative mitverfolgen. Dies wurde möglich, weil historische Akten zugänglich gemacht wurden, die bisher streng geheim waren. - Das Buch ist für zeitgeschichtlich interessierte Leser ein echter Leckerbissen.
Gerd Fleder
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
FBI
Tim Weiner
S. Fischer (2012)
695 S. : Ill.
fest geb.