Raus aus der AUTOkratie
Wie stellt sich Katja Diehl die Mobilität von morgen vor? Wie entsteht eine liebenswerte, schöne und gesunde Welt? Ihre Stimme ist eine der lautesten, man kennt sie als Aktivistin, und Bestseller-Autorin. Zu diesem Buch interviewte sie über 100
Fachleute und Gestalter:innen. Im Analyseteil des Buches kritisiert sie den momentanen Stand: Straßenbau bedeutet Flächenversiegelung, Autoreifen bringen Mikroplastik mit sich, ein Auto fährt in Deutschland höchstens 45 Minuten am Tag, den Rest der Zeit steht es nur herum und besetzt öffentlichen Raum. Im Berufspendelverkehr sitzen im Schnitt nur 1,07 Person in einem Auto. 43 % der Erstklässler werden mit dem Pkw zur Schule gefahren, wo dagegen in den 70er-Jahren noch 90 % zu Fuß liefen. Und wie kommen wir nun weg vom Stillstand? Das Radverkehrsnetz muss ausgebaut werden, Sharing, Pooling und Fahrgemeinschaften müssen gefördert werden, das Dieselsteuerprivileg (7,35 Mrd. Euro) und die Kerosinsteuerbefreiung müssen wegfallen. Weitere konkrete Vorschläge: klimaschädlichen Verkehr bepreisen, Parkvergehen konsequent und „gerne“ mit einkommensabhängigen Strafen belegen, Abstellplätze verknappen und deutlich verteuern. – Es geht Diehl um erste Schritte. Sie will nicht, dass wir sofort auf das Auto verzichten, aber wenigstens unsere Abhängigkeit verringern. Der letzte Satz in ihrem Buch lautet dann auch „Wir schaffen das!“ Also, Leserinnen und Leser: Macht den Praxistest!
Berthold Schäffner
rezensiert für den Borromäusverein.
Raus aus der AUTOkratie
Katja Diehl
S. FISCHER (2024)
349 Seiten : Illustrationen (farbig)
kt.