Datenraub

Die beiden Soziologen vergleichen den historischen Kolonialismus mit den Geschäftspraktiken heutiger Technologieunternehmen, welche sie Datenkolonialismus nennen. Beide zielen mit dem Narrativ des zivilisatorischen Fortschritts auf eine Beherrschung Datenraub und exklusive Ausbeutung der Massen durch eine Elite ab. Das scheint zu weit hergeholt? Ist es mitnichten, wie sich an einem einfachen Beispiel zeigt: Einst nahmen Konquistadoren mit der Verlesung des "Requerimiento" in fehlerfreiem Hochspanisch das neu entdeckte Land samt Menschen für König und Kirche in Besitz. Heute klickt der Internetuser das Häkchen vor den (ungelesenen) Nutzungsbedingungen an. In beiden Fällen waren und sind die "In-Besitz-Genommenen" kaum in der Lage, die weitreichenden Folgen dieses Akts zu überblicken. Am Ende des Buches gibt es einige Hinweise, was man im Beruf aber auch privat dagegen tun kann. – Ein sehr interessanter Titel zu geschichtlichen Zusammenhängen, der allerdings des sehr speziellen Themas wegen nur für sehr große Sachbuchbestände in Betracht kommt.

Thomas Oberholthaus

Thomas Oberholthaus

rezensiert für den Borromäusverein.

Datenraub

Datenraub

Ulises A. Mejias, Nick Couldry ; aus dem Englischen von Thomas Wollermann
S. FISCHER (2024)

397 Seiten
fest geb.

MedienNr.: 618607
ISBN 978-3-10-397580-2
9783103975802
ca. 26,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: Te
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