Die Kunst des Lügens
Nach einer sprachanalytischen Betrachtung und kontroversen Diskussion über die Lüge als Missbrauch der Sprache untersucht die Autorin die moralische Seite des Lügenverbots im Zusammenhang mit Vertrauen, Wahrheit und Wahrhaftigkeit. Mit kritischen
Fragen relativiert sie das allgemeine Lügenverbot, zeigt, dass es bei der moralischen Beurteilung auf Motiv, Haltung des Lügners und auf den normativen Kontext ankommt und skizziert Fälle wie Fürsorge, Notwehr oder Schutz der Privatsphäre, in denen Lügen legitimiert werden können. Ganz praktisch wird sie bei den Lügen im Privatleben, im politischen Geschäft, im internationalen Machtgefüge (Amerika, Ukraine), bei der "Lügenpresse" und in den sozialen Netzwerken. - Das facettenreiche, oft sehr philosophische Buch kann größeren Büchereien empfohlen werden.
Helmut Eggl
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Die Kunst des Lügens
Simone Dietz
Reclam (2017)
203 S.
kt.