Martha
Katharina Schwarzinger arbeitet als Polizeiärztin in Wien und bekommt es in dieser Funktion auch immer wieder mit ungeklärten Todesfällen zu tun. Als sie ins Haus von Martha Schönberg gerufen wird, deren Sohn Willi tot in seinem Bett aufgefunden
wurde, zweifelt sie intuitiv an einer natürlichen Todesursache. Während die Polizei Spuren sichert und eine Untersuchung aufnimmt, beginnt sich die Polizeiärztin immer mehr für die undurchsichtige Familiengeschichte der Schönbergs und für deren sehr engagierte Hausärztin Grubwinkler zu interessieren. Während die Ermittlungen nur schleppend vorankommen, erfahren die Leserinnen und Leser dieses atmosphärisch sehr wienerisch anmutenden Krimis in vielen Rückblenden von der wechselhaften und tragischen Familiengeschichte der Schönbergs und vom Motiv für den Mord an dem jungen Mann. Das wird manchen Krimi-Fan irritieren, der so viel zu früh alle Zusammenhänge erkennen kann. Die auktoriale Erzählhaltung der Autorin hält die Leser auf Distanz, bietet allerdings auch durchaus lesenswerte Einblicke in die vielfältigen Aufgaben einer Polizeiärztin und in die oft mühselige Arbeit der Ermittlungsbehörden.
Angelika Rockenbach
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Martha
Anna Schwarz
Kremayr & Scheriau (2026)
217 Seiten
kt.