Tilda trennt sich
Tildas Eltern wollen sich trennen und Tilda versteht nicht, wie das passieren konnte. Zahlreiche Fragen gehen ihr durch den Kopf: Wie wird das sein mit zwei Betten, bei Mama und bei Papa? Sie hat doch nur einen Körper. Und kann man Liebe einfach so
verlieren? Dann beschließt sie sich auch zu trennen, packt das Nötigste und geht zum Opa. Der nimmt sie bei sich auf und bietet ihr Trost und Zuflucht, allerdings nicht ohne die besorgten Eltern zu benachrichtigen. Und bei Opa hat Tilda dann eine Idee, wie sie mit der schwierigen Situation umgehen kann. - Die einfühlsame Geschichte um die kleine Tilda, die die Welt nicht mehr versteht, weil sie um sie zusammenbricht, hat Verena Ballhaus wunderbar in Szene gesetzt. Kein Bild gleicht dem anderen, sie findet fantasievolle Möglichkeiten, Tildas Gefühle bildlich umzusetzen, folgt ganz der kindlichen Logik, die auch im Text zutage tritt. Und so findet sich am Schluss ein versöhnliches Ende, denn dem Großvater gelingt es, Tilda als immerwährendes Bindeglied zwischen den Eltern darzustellen, entstanden aus Liebe. Und daraus kann Tilda Kraft schöpfen. Diese Scheidungsgeschichte wartet nicht mit Universallösungen auf, aber sie nimmt kindliche Ängste ernst und setzt sie so künstlerisch anspruchsvoll um, dass man gar nicht darum herum kommt, sich Zeit für die Betrachtung zu nehmen. Und die brauchen Kinder in einer solchen Situation am allermeisten. - Ein wichtiges Buch zum Thema!
Beate Mainka
rezensiert für den Borromäusverein.
Tilda trennt sich
Lucy Scharenberg. Mit Ill. von Verena Ballhaus
Betz (2012)
[14] Bl. : überw. Ill. (farb.)
fest geb.
Borromäus-Altersempfehlung: ab 5