Der kleine Roboter und der lange Weg nach Hause

Ein kleiner Roboter erwacht recht ramponiert auf einer gigantischen Schrotthalde; mühselig sucht er sich einen Weg durch die Müll-Canyons und findet schließlich ein Loch in der Mauer. Zurück in der Welt der Menschen, beginnt er sich an ein Kind, Der kleine Roboter und der lange Weg nach Hause an Freundschaft und Unternehmungen zu erinnern – er findet sogar das Haus der Familie, muss aber feststellen, dass er durch ein neues, attraktiveres Roboter-Modell ersetzt worden ist. Er zieht sich auf die Halde zurück und wird nach langer Zeit von einem Mädchen gefunden, welches mit seiner Mutter alte Dinge repariert – hier findet er eine neue liebevolle Umgebung. – In drastischen, geradezu dystopischen Bildern wird eine kalte und konsumorientierte Welt dargestellt, deren Wegwerf-Mentalität gigantische Müll-Berge produziert, die um des schönen Scheins willen hinter einer hohen Mauer verborgen werden. Die Architektur ist abweisend, die Schrottberge sind brutal und martialisch –alles ist in fahlen und dunklen Farben gehalten. Ist der Weg aus der Stadt zunächst noch von Atommailern, Weltraumbahnhöfen und Bohrinseln gesäumt, wird es zunehmend grüner und lieblicher, als Mutter und Tochter sich ihrem bescheidenen Häuschen am Fuß der Berge und unmittelbar am Meer gelegen, nähern. Auch die erkennbare Lebensweise der beiden steht in großem Kontrast zu dem zuvor erlebten: Dinge werden erhalten, repariert und genutzt, es ist ein Leben mit der Natur. Die neue Lebenswelt des kleinen Roboters wirkt zunächst sehr idealistisch, doch ist dieser starke Kontrast sicherlich notwendig, um Kindern zu verdeutlichen, auf welchem Weg wir sind. Und kaum ein Kind wird es nicht erlebt haben, dass etwas, was noch funktioniert – sehr häufig sicherlich Smartphones – durch eine neuere Variante mit noch mehr Möglichkeiten ersetzt wird. Dass hier ein niedlicher Roboter betroffen ist, dürfte die Kinder auch emotional bewegen. Das Bilderbuch kann dabei helfen, diese Haltung zu hinterfragen – daher: mit großem Nachdruck empfohlen, geeignet für Kinder ab 5 Jahren.

Birgit Karnbach

Birgit Karnbach

rezensiert für den Borromäusverein.

Der kleine Roboter und der lange Weg nach Hause

Der kleine Roboter und der lange Weg nach Hause

Joe Todd-Stanton ; aus dem Englischen von Bernd Stratthaus
annette betz (2026)

Der kleine Roboter
[48] Seiten : farbig
fest geb.

MedienNr.: 625980
ISBN 978-3-219-12117-9
9783219121179
ca. 16,00 € Preis ohne Gewähr

Borromäus-Altersempfehlung: ab 5
Systematik: KK
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