Hinrichtung
Seltsame Morde beschäftigen die Polizei in Gorizia im Friaul. Eine Steinigung, ein Giftmord, ein tödlicher Schuss - die Verbindung zwischen den Opfern: alle drei Männer waren Katholiken und gehörten innerhalb ihrer Kirche einer sehr traditionalistischen
Gemeinschaft an, die besonders gegen die drohende Islamisierung Europas polemisiert. Commissario Vossi fürchtet also einen islamistischen Hintergrund. Der kurz bevorstehende Papstbesuch sowie der Ferienbeginn machen die Ermittlungen nicht gerade einfacher. Und dann wird deutlich, dass hier auch die katholische Kirche selbst ganz dick ihre Finger im Spiel hat. - Interessant wird der Krimi besonders durch die Gegend, in der er spielt. Das Friaul, der heute italienische Zipfel im Südosten der Alpen mit Grenzen zu Österreich und Slowenien, ist durch seine Geschichte zu einem Schmelztiegel verschiedener Volksgruppen und Kulturen geworden. Besonders der Erste Weltkrieg mit seinen Schlachten am Isonzo hat hier eine große Rolle gespielt. Geschichtliches und geografisches Hintergrundwissen fließen immer wieder in die Erzählung ein. Die Geschichte selbst wirkt manchmal etwas dilettantisch und streckenweise auch farblos; die Beschreibung zäher Polizeiarbeit lässt manche Länge aufkommen. Störend auch die überaus zahlreichen orthografischen und grammatischen Fehler. Möglich, aber nicht gerade ein Muss.
Ulrike Braeckevelt
rezensiert für den Borromäusverein.
Hinrichtung
Werner Stanzl
Styria (2015)
Styria Krimi
301 S.
kt.