Animal Spirits
In seiner Kritik an Wirtschaft und gesellschaftlichem Zusammenhalt, dabei griechische Philosophie, Mythologie und die Bibel bemühend, betrachtet der Autor die Wirtschaft als ein System, das auf Befehl und Gehorsam beruht und in dem sich das Individuum
freiwillig unterordnet. Die Egozentrik des Menschen und die damit verbundene Verkümmerung der Beziehungen zu anderen Menschen und zu den Dingen bezeichnet er als Narzissmus, der, das Machtsystem stützend, Krisen nicht bewältigen kann. Im Gegensatz dazu sieht er in der Natur Wege für rationales Verhalten. Gegen den Zwang zum wirtschaftlichen Wachstum und hohen Ressourcenverbrauch setzt er das Bild des Baumes, zieht Parallelen zwischen Pantoffeltierchen und Wirtschaftskrisen, nimmt den Wolf als Beispiel für eine flache Führungsstruktur, bescheinigt den Bienen einen lösungsorientierten Informationsaustausch und stellt Fledermäusen und Bonobos als Muster für eine bessere Beziehung vor. - Das Buch ist eine Aufforderung zum Nachdenken und Umdenken, um aus gängigen Mechanismen auszubrechen und mehr Verantwortung für sich und die Umwelt zu übernehmen.
Helmut Eggl
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Animal Spirits
Oliver Tanzer ; mit einem Vorwort von Tomás Sedlácek
Molden (2019)
239 Seiten : Illustrationen
fest geb.