Herr Sauermann sucht seine Zähne
Schon der Einband des großformatigen Bilderbuches erregt Aufsehen, besteht er doch aus einem übergroßen, zusammengefalteten Plakat mit Bezug zum Buchinhalt. Alfred Sauermann - wenig stylisch in gestreiftem Schlafanzug, rosa Mäusepantoffeln und
langer Nachtmütze - vermisst nach dem Aufstehen seine Zahnprothese. Doch statt in seinem Zahnschrank nachzuschauen, dessen Existenz sich aber erst auf der vorletzten (S. 46) Doppelseite offenbart, durchsucht er sämtliche Habseligkeiten - ein wahrhaft kurioses Sammelsurium, jeweils einzeln in flächigem, farbigen Stil auf Wimmelart illustriert. Seine Schwestern haben kluge Ideen, z.B. alles nach Gruppen zu sortieren, was zu vernünftigen (Hüte und Helme) und weniger vernünftigen (fast alle meine Ameisen, kleine Kläffende Hunde) Einfällen führt. Hier zeigt sich der surrealistische, sehr witzige Ansatz des Bilderbuches, das viele Gesprächsanlässe bieten dürfte. Allerdings ist eine Vermittlung durch Lesekundige nötig, denn was z.B. die 17 Hunde auf S. 34 unterscheidet, erschließt sich nur durch die schriftliche Bezeichnung. - Insgesamt ein sehr amüsantes Buch über einen vergesslichen Sachensammler, das immerhin vermittelt, dass es so etwas wie Strukturierung gibt! Empfohlen ab 5 Jahren.
Birgit Karnbach
rezensiert für den Borromäusverein.
Herr Sauermann sucht seine Zähne
von Jon und Tucker Nichols
Diogenes (2015)
[19] S. : überw. Ill. (farb.)
fest geb.
Borromäus-Altersempfehlung: ab 5