Die Weltgeschichte in zwölf Bohnen
Die Bohne, egal ob die grüne, die aus Soja, die (biologisch eigentlich nicht korrekt so zu bezeichnende) aus Kaffee oder aus Kakao, ist einer der wichtigsten Katalysatoren der Entwicklung der Menschheitsgeschichte. Diese These vertritt der Autor,
Historiker, Restaurantkritiker, Radio- und Fernsehmoderator im Themenbereich Essen, in seinem neusten Buch. Bohnen, so der Autor, haben Revolutionen befeuert, Imperien geschaffen, bahnbrechende Entwicklungen eingeleitet. Was auf den ersten Blick skurril erscheint, ist eine durchaus ernst gemeinte und vom Autor auch wissenschaftlich belegte Tatsache. Bohnen sind ein weltweites Grundnahrungsmittel und damit Basis für das menschliche Leben. In dreizehn Kapiteln greift der Autor verschiedene Episoden der Menschheitsgeschichte auf, in denen die Bohne eine entscheidende Rolle spielte: Das beginnt bei der neolithischen Revolution, geht über das Alte Testament und die sog. "karolingische Renaissance" zum präkolumbischen Amerika und der Entdeckungsgeschichte der Welt durch die Europäer und reicht bis zur Emanzipation der Afroamerikaner und der Rolle der Bohne in der bedrohten Zukunft der Welt. Ebenso unterhaltsam wie kundig erklärt der Autor Weltgeschichte auf höchst unterhaltsame und dabei (im besten Sinne) belehrende Weise. So muss Sachliteratur geschrieben sein, um wirklich jeden auf spannende Weise zu erreichen! – Ein einfach köstliches und weises Buch, das man bis zur letzten Seite nicht mehr aus der Hand legen wird.
Günter Bielemeier
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Die Weltgeschichte in zwölf Bohnen
Joël Broekaert ; aus dem Niederländischen vom Bärbel Jänicke ; mit Cyanotypien von Céline Kesselring
Diogenes (2025)
168 Seiten : Illustrationen (farbig)
fest geb.