Drei Frauen

Lori, die jüngste der drei zusammenlebenden Frauen, ist Gymnasiastin, rebellisch, vertraut ihrem Tagebuch ihre Erlebnisse und Gedanken an. Gesuina, ihre Großmutter, hält ihre Gedanken in Audioaufnahmen fest und lebt fröhlich mal mit, mal ohne Mann. Drei Frauen Und Maria, Mutter und Tochter, trägt die Last der Familie, sowohl die finanzielle als auch die der täglichen Haushaltsführung. Sie schreibt Briefe an ihren entfernt wohnenden Freund, mit dem sie beim Urlaub die tägliche Tretmühle verlässt und glückliche Wochen verlebt. Dieses Gefüge bricht zusammen, als Lori ein Kind von diesem Freund erwartet, wie beiläufig gezeugt, ohne Liebe. Als Maria die Zusammenhänge erfährt, will sie sich das Leben nehmen, wird in letzter Minute gerettet und liegt lange im Koma. Das Leben der beiden anderen geht weiter, ein kleiner Junge wird geboren und holt Maria schließlich zurück ins Leben. – Für die Autorin ist diese Geschichte der Hintergrund dafür, über Geschlechterrollen und Generationenkonflikte, über Spielarten von Liebe und Verrat und weitere gesellschaftlich relevante Themen zu schreiben. Das Konfliktpotential ist groß, aber die Macht der Frauen, wenn sie zusammenhalten, ist größer. Gut lesbar, aber nicht trivial; auch für nicht besonders literarisch Geübte.

Lotte Schüler

Lotte Schüler

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

Drei Frauen

Drei Frauen

Dacia Maraini ; aus dem Italienischen von Ingrid Ickler
Unionsverlag (2026)

Unionsverlag Taschenbuch 1052
181 Seiten
kt.

MedienNr.: 755537
ISBN 978-3-293-71052-8
9783293710528
ca. 13,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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