Leb wohl, Mister Chips

Mr. Chipping, genannt Chips, ist ein Latein- und Griechischlehrer an einer durchschnittlichen Privatschule, ohne besonderes Talent und Ambitionen. Und doch wird er zu einer Institution an dem Brookfielder Internat, mehr noch zu einer Legende. Spätestens, Leb wohl, Mister Chips als man ihn während des Kriegs aufgrund Personalmangels aus der Pension zurückholt, damit er den Jungen Sicherheit und Stabilität vermittelt. Weit weg war er ohnehin nie: Er wohnt auf der gegenüberliegenden Straßenseite, von wo aus er alles genau im Blick behält und die Neuen zu sich zum Tee einlädt. Für Mister Chips war Brookfield sein Leben, und wenn er bei der Hausherrin Mrs. Wickett am Kamin sitzt, kommen ihm so viele Erinnerungen, dass er manchmal überlegt, ein Buch zu schreiben. - Der Roman von James Hilton aus dem Jahr 1934 wird vom Verlag als ein Juwel der englischen Literatur beworben und hatte sich tatsächlich zu einem internationalen Verkaufserfolg entwickelt: Er wurde vierfach verfilmt und für Theater und Radio adaptiert, und ist auch überaus lesenswert. Ein Kleinod, das anrührt und in eine vergangene Zeit führt, zu einem laut eigener Einschätzung mittelmäßigen Lehrer, der aber durch seine Beständigkeit und Charakterfestigkeit zu einer Säule der Schule und für seine Jungen wird - Tausende sollen es am Ende sein, deren Namen und Gesichter Mister Chips jederzeit aufrufen kann, oft über mehrere Generationen hinweg. Dieser bescheidene Mann führt hochaktuell vor Augen, was Tradition, Werte und Beständigkeit bedeuten und wie wesentlich Menschenfreundlichkeit für Bildung und Erziehung ist.

Carolin Ahrabian

Carolin Ahrabian

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

Leb wohl, Mister Chips

Leb wohl, Mister Chips

James Hilton ; aus dem Englischen von Manfred Allié
Kampa (2023)

144 Seiten
fest geb.

MedienNr.: 615747
ISBN 978-3-311-10079-9
9783311100799
ca. 20,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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