Doras Licht
Arno, ein junger Kunstprofessor, tritt seine Stelle in Kassel an. Kaum angekommen, wird er mit der Nachricht vom Tod einer seiner Studentinnen konfrontiert, Dora, mit der er während einer Studienfahrt eine gemeinsame Nacht verbracht hat. Friederike
Köpf erzählt Arnos und Doras Geschichte aus ihrer jeweiligen Perspektive, wobei jedes Kapitel mit Doras Geschichte beginnt. Arno erzählt rückblickend als Familienvater, was sich aber erst am Ende des Romans erschließt. Arno forscht den Hintergründen nach, die zu Doras Tod geführt haben könnten. Parallel dazu entwickelt sich zwischen Arno und seiner Assistentin Akka ein besonderes Verhältnis. Arno erfährt vom besonderen Verhältnis Doras zu Adolphe, dem Maler und Freund der Mutter, wohl ein inzestuöses Verhältnis. Es entsteht das Bild „Doras Licht“. Dora reflektiert ihre persönlichen und familiären Probleme, die schwierige Beziehung zur Mutter, vom Vater verlassen, damit Arnos familiärer Situation ähnlich. Schließlich besucht Arno Adolphe in Frankreich, die Begegnung eskaliert und endet für Arno im Krankenhaus. Starb Dora eines natürlichen Todes? Hatte Adolphe seine Finger im Spiel? Fragen ohne Antwort. Das Ende? Ein wenig banal. – Friederike Köpf erzählt die bewegende Geschichte zweier Menschen, von deren Beziehungen, den Familien, vom Scheitern und einem glücklichen Ende für Arno. Allen Büchereien sehr empfohlen.
Wilfried Funke
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Doras Licht
Friederike Köpf
Kampa (2026)
445 Seiten
fest geb.