Stay true

1996. Irgendwo in einem College in der Bay Area versucht der junge Hua Hsu, Sohn taiwanischer Einwanderer, seinen Platz im Leben zu finden. Er versucht, besonders zu sein, verachtet alles "Normale" und sei es nur, eine CD-Sammlung zu haben. Dann lernt Stay true er Ken kennen, der ihm zuerst viel zu sehr "Mainstream" ist. Ken ist auch asiatisch-amerikanisch, Sohn japanisch-stämmiger US-Amerikaner, er hat eine weiße Freundin, er ist wirklich "normal" und scheinbar integriert. So unterschiedlich beide sind, sie finden als Freunde zusammen, ergänzen einander, spornen einander an. Die Freundschaft mit Ken verändert Hua, öffnet ihn für Freundschaften und neue Erfahrungen. Doch dann passiert ein Raubmord, nach nicht einmal drei Jahren Freundschaft ist Ken tot. Wie soll Hua, wie soll der ganze Freundeskreis mit dem Tod umgehen? – Hua Hsu lehrt englische Literatur an einer renommierten US-Universität und schreibt u.a. für den "New Yorker". Schonungslos und gleichzeitig liebevoll porträtiert er in seinem zweiten Buch sein jugendliches Ich, Ken, die ganze Lebenswelt der beiden und ihres Umfelds. Hsu beschönigt nichts, insbesondere, wenn es um seine eigene Persönlichkeit geht. So entsteht das Portrait einer intensiven und unverfälschten Freundschaft und eine tiefgehende Auseinandersetzung mit Tod und Trauer. Die Übersetzung von Anette Grube kann die oft rohe sprachliche Brillanz des englischen Originals leider nur in Teilen bewahren, die Übersetzung liest sich dadurch glatter und bemühter. Insgesamt ist dem Buch eine breite Leserschaft zu wünschen.

Friedrich Röhrer-Ertl

Friedrich Röhrer-Ertl

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

Stay true

Stay true

Hua Hsu ; aus dem Englischen von Anette Grube
AKI (2024)

225 Seiten : Illustrationen
fest geb.

MedienNr.: 753826
ISBN 978-3-311-35017-0
9783311350170
ca. 22,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: Bi
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