Die Lust am Bösen

Dass das Böse als Bedingung der menschlichen Freiheit in der Welt existiert, ist für den Psychotherapeuten und Delegierten des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz, der auf seinen Reisen mit vielen Gewalttaten und Grausamkeiten konfrontiert wurde, Die Lust am Bösen unbestreitbar. Mit zahlreichen Beispielen beschreibt er die bestürzenden Erfahrungen aus der jüngeren Geschichte und der Gegenwart. Unter anderem zählt er dazu die Verbrechen im Jugoslawienkrieg, in Somalia und Ruanda, die Morde der Todespfleger, Tötungsdelikte, die Taten der Schweizer Schüler, die Ergebnisse des Milgram-Experiments und die von Hass geprägten Selbstmordattentate islamistischer Terroristen. Entschieden wehrt er sich auch gegen die Tendenz, für alles Böse Entschuldigungsgründe in der betreffenden Person, in der Gesellschaft oder in der Globalisierung zu suchen. Dieses erschreckend deutliche Buch skizziert mit der Lust am Bösen eine Dimension des menschlichen Lebens, deren Realität gerne geleugnet wird. - Lesenswert.

Helmut Eggl

Helmut Eggl

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

Die Lust am Bösen

Die Lust am Bösen

Eugen Sorg
Nagel & Kimche (2011)

154 S.
fest geb.

MedienNr.: 568202
ISBN 978-3-312-00474-4
9783312004744
ca. 14,90 € Preis ohne Gewähr
Systematik: So
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