Das wahre Leben
Eigentlich gibt es nichts, worüber Erika sich beklagen könnte. Ihr Mann hat die Leitung des Familienunternehmens übernommen, es mangelt weder an Geld noch Zeit. Und doch fühlt sich Erika als Hausfrau und Mutter einer übergewichtigen Tochter völlig
überfordert. Doch endlich schafft sie den Ausbruch, mietet sich eine eigene Wohnung und kommt auch ihrer Tochter wieder näher. Bei Nevada ist es ähnlich und doch ganz anders. Sie leidet unter MS, kann sich kaum noch ohne Rollstuhl fortbewegen. Als Yogalehrerin beginnt sie einen Kurs für verhaltensauffällige Mädchen und verliebt sich in einen krebskranken, jüngeren Mann. Doch erst am Ende lernt sie, diese Liebe anzunehmen und auch für die Mädchen eine überzeugende Fürsprecherin zu werden. - Milena Moser traut sich, Abgründe zu benennen und schonungslose Wahrheiten einzugestehen. So ist der Roman trotz Hoffnung am Ende eher schwermütig, aufgelockert jedoch durch ein paar unerwartet skurrile Ideen. Durchaus zu empfehlen.
Tina Schröder
rezensiert für den Borromäusverein.
Das wahre Leben
Milena Moser
Nagel & Kimche (2013)
315 S.
fest geb.