Guter Mann im Mittelfeld
Bukarest, 1980: Der Journalist Stefan versucht sich so gut wie möglich mit dem kommunistischen Regime zu arrangieren. Das gelingt ihm mehr schlecht als recht, und so steht er wegen eines kritischen Artikels unter Beobachtung. Trotzdem unterschlägt
er einige Leserbriefe, um deren Absender vor der Securitate zu schützen. Prompt wird er daraufhin selbst verhaftet und gefoltert. Nach seiner Freilassung lernt er Raluca kennen, die Ehefrau eines mächtigen Parteibonzen, und damit fangen seine Probleme erst richtig an. - Der Autor, selbst als Jugendlicher mit seiner Familie der rumänischen Diktatur entflohen, legt hier einen eindrucksvollen Debütroman vor. Zwischen Liebesroman und Polit-Thriller schwankend, schildert er sehr anschaulich eine verrohte totalitäre Gesellschaft, wo jeder Ansatz freien Denkens im Kern erstickt wird und sich die Menschen aus Angst vor "ihnen"(der Securiate) gegenseitig nicht mehr trauen. Lesenswert!
Thomas Oberholthaus
rezensiert für den Borromäusverein.
Guter Mann im Mittelfeld
Andrei Mihailescu
Nagel & Kimche (2015)
345 S.
fest geb.