Die Kathedrale der Schwarzen
In Punta Gotica, einem berüchtigten Armenviertel der kubanischen Stadt Cienfuegos, kommt eine neue Familie an. Das Besondere an ihr sind nicht nur die halbwüchsigen Kinder des Familienoberhauptes Arturo Stuart, die das Leben der Jugendlichen im Viertel
aufmischen, sondern auch der Wunsch Stuarts, eine durch Spenden finanzierte große Kirche im Viertel zu bauen. Während der Bau immer weiter wächst, bleibt das Leben der Jugendlichen in Punta Gotica brutal, radikal, illusionslos. Schließlich kommt es zu einem dramatischen Ereignis, das den Weiterbau des Gotteshauses schlagartig stoppt. Währenddessen geraten die Jugendlichen in eine immer schnellere Gewaltspirale, denn sie wissen: Für sie gibt es keine positive Zukunft. - Galas Roman wurde in seiner Heimat mehrfach prämiert. Mit gutem Grund, denn die Art, wie er das ebenso ausweglose wie brutale Leben in den kubanischen Armenvierteln literarisch porträtiert, schonungslos, drastisch, ja schockierend, zeigt seine schriftstellerische Klasse. Ein außergewöhnlicher Roman, der äußerst lesenswert ist, der allerdings wegen seiner oft drastischen Inhalte nicht für jugendliche oder eher zart besaitete Leser zu empfehlen ist.
Günter Bielemeier
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Die Kathedrale der Schwarzen
Marcial Gala ; aus dem kubanischen Spanisch von Kirsten Brandt
Nagel & Kimche (2019)
254 Seiten
fest geb.