Jagd auf den Lebkuchenmann
Ein frisch gebackener "Lebkuchenmann" springt vom Backblech und läuft seiner "Schöpferin" davon, weil er nicht aufgegessen werden will. Vermutlich würden die kleinen Leser es dem ebenso kecken wie flinken Lebkuchenmann gönnen, wenn er all seinen
hungrigen Verfolgern (Frau und Mann, Schwein, Kuh, Pferd, Fuchs) entkommen würde: "Niemand fängt mich kleinen Mann, weil ich so schnell rennen kann!" Hatten in den Vorgängergeschichten der Autorin (Trilogie vom "Hühnerdieb": BB/mp 09/420, 12/162) der Fuchs und das Huhn noch Frieden geschlossen, so lässt es die Autorin dieses Mal zu, dass der Fuchs den kleinen Lebkuchenmann überlistet und behaglich verspeist. Ein irritierendes Ende also? Immerhin steht als "Entschädigung" im Anhang des originell illustrierten Bilderbuchs der bekannten französischen Kinderbuchautorin dann ein einfaches Lebkuchenrezept, nach dem der/die kleine Leser/in sich einen neuen Lebkuchenmann backen kann. Vermutlich wird der auch nicht überleben, womit das Realitätsprinzip gesiegt hätte und den Kindern zu einer wichtigen (Selbst-)Erkenntnis verholfen wäre.
Jagd auf den Lebkuchenmann
mit Bildern von Béatrice Rodriguez
NordSüd (2012)
[14] Bl. : überw. Ill. (farb.)
fest geb.
Borromäus-Altersempfehlung: ab 3