Wem gehört der Schnee?
In Anlehnung an Lessings Ringparabel erzählt Antonie Schneider von drei Kindern in Jerusalem, die das seltene Ereignis des Schneefalls dort erleben. In ihrer Begeisterung geraten Samir, Rafi und Mira in Streit, wem von ihnen die Schneeflocken gehören
und wer sie gemacht hat. Die Kinder laufen zu den Geistlichen ihrer jeweiligen Religion. Bis sie dort ankommen, ist der Schnee längst geschmolzen. Die Gottesgelehrten erklären ihnen, dass Schnee wie Gott ein Geheimnis sei, das man nicht festhalten könne. Die Kinder sind sehr traurig, weil währenddessen nirgendwo mehr eine Spur vom Winterwunder vorhanden ist. Doch dann schneit es in der nächsten Nacht noch einmal. - Die Illustratorin Pei-Yu Chang hat in ihren Bildern die besondere Atmosphäre Jerusalems eingefangen, die markantesten Gebäude wie auch die Bekleidungseigenarten der Angehörigen der drei Buchreligionen samt dem Trubel an den Touristenstätten. Es ist zu erwarten, dass die jungen Betrachter allerhand Fragen stellen werden, was ein Rabbiner ist oder der Felsendom. - Das Buch ist sehr zu empfehlen, besonders für Büchereien mit einem multireligiösen Publikum.
Pauline Lindner
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Wem gehört der Schnee?
Antonie Schneider ; Pei-Yu Chang
NordSüd-Verl. (2019)
[24] S. : überw. Ill. (farb.)
fest geb.
Borromäus-Altersempfehlung: ab 5