Farben, die das Leben malt
Lenni ist 17 und sie wird bald sterben, darum ist sie auf der Mai-Station des Glasgower Krankenhauses untergebracht – einer Palliativ-Station. Klar hat sie Angst vor dem Tod – und viele Fragen. Besonders an Pater Arthur, den sie in der ständig
leeren Kapelle mit dem schönen Kirchenfenster trifft. In einem Ü80 Malkurs, den hat Lenni extra belegt, weil sie mit den Gleichaltrigen nicht zurecht kommt, lernt sie die 83-jährige Margot kennen. Sie stellen fest, dass sie gemeinsam bereits hundert Jahre gelebt haben und beschließen, für jedes dieser Jahre ein Bild zu malen (Lenni muss natürlich viel weniger Bilder malen als Margot), und während sie malen, erzählen sie sich die Geschichten aus ihren beiden unterschiedlichen Leben. Natürlich erfährt man mehr aus Margots langem Leben als aus Lennis kurzem, aber das tut dem Gelingen des Buches keinen Abbruch. Man erfährt dafür viel über Lennis lebhaften Charakter, über die Art, wie sie mit den unterschiedlichsten Menschen im Krankenhaus umgeht. – Ein Buch über das Leben und das Sterben und über eine ganz besondere Freundschaft! Das sehr empfehlenswerte Debüt der britischen Autorin (2022 bereits im Hardcover erschienen, in BP/mp nicht bespr.) kann allen Beständen empfohlen werden.
Jutta Weber
rezensiert für den Borromäusverein.
Farben, die das Leben malt
Marianne Cronin ; aus dem Englischen von Charlotte Breuer und [einem weiteren]
Penguin Verlag (2025)
399 Seiten
kt.