Fuckin' Fifty
„Warum ich Männer in den Wechseljahren beneide - Tausche Wechseljahre gegen Porsche“ oder „Das Alter kommt in Schüben - Falten, Altersflecken, graue Haare: Wo kommen die plötzlich her über Nacht?“ Allein diese zwei Titel zeigen es: Während
ich Christina Pohls im Spiegel publizierte Midlife-Kolumne „Alter!“ sehr gerne gelesen und tatsächlich als sehr witzig empfunden habe, erscheint mir ihr Erfahrungsbericht in Buchform zu gewollt und damit leider ein Flop. Während Autorin Pohl, Jahrgang 1965, über den betont witzigen Untertitel ihres Ratgebers Tipps in Aussicht stellt, „wie man in die Jahre kommt, ohne peinlich zu werden“, erwarten die geneigten Leser/-innen bestenfalls ein paar, pardon!, tantenhafte Späßchen, jedoch keine irgendwie bedenkenswerte Betrachtung des Alterns. An den Titel „Fuckin‘ Fifty“ knüpfen etliche weitere Anglizismen an. Insgesamt ist die Lektüre, die in Miniaturkapiteln mit knackigen Titeln eher zum Überfliegen einlädt, für meine Begriffe nur eines: langweilig. So wird aus einem lockeren Tonfall: Behäbigkeit? Das selbstverständlich spannende Thema: Liegengelassen? Meine Empfehlung an Büchereien, die Christina Pohls „Fuckin‘ Fifty“ als Unterhaltungstitel einstellen: Legen Sie Spiegel-Ausgaben mit den themengleichen Kolumnen der Autorin in Reichweite.
Michaela Groß
rezensiert für den Borromäusverein.
Fuckin' Fifty
Christina Pohl
Penguin Verlag (2021)
203 Seiten : Illustrationen
kt.