Der Pakt gegen den Papst
Womöglich kennt kein deutscher Journalist den Vatikan besser als Andreas Englisch, der seit mehr als 30 Jahren in Rom lebt und seit langer Zeit Strömungen, Gruppierungen und Interna der Kurie beurteilen muss und für seine Veröffentlichungen und
Auftritte zu nutzen weiß. Seine Recherchen zu aktuellen Bestrebungen der Kurie, Papst Franziskus zu stürzen, reichert er mit Rückblicken auf die Pontifikate von Johannes Paul II. und Benedikt XVI. an und zeigt, was Papst Franziskus von den anderen beiden Päpsten unterscheidet. Zu Beginn des Buches (als Hardcover bereits 2020 erschienen) ist der*die Leser*in geneigt, in der bekannten überschwänglichen Art des Autors die Ursache für etwaige Verschwörungstheorien zu sehen. Im Verlauf des Buches wird jedoch deutlich, wie sich die Arbeitsweise der Kurie unter den letzten beiden Päpsten von den komplett anderen Zielen und Handlungsweisen von Papst Franziskus unterscheidet, und so erkennt man auch, dass sein ganzes Wohlwollen dem aktuellen Papst gilt, der als Südamerikaner in der Tradition der Theologie der Befreiung steht und sich auf diese Weise mit politisch engagierten Christen verbunden sieht. Die Wiedergabe der Gespräche seiner Recherchen im Vatikan machen das Buch spannend und abwechslungsreich und so erhält der*die Leser*in einen aufschlussreichen Einblick in die Abgründe des Vatikan und auch in die Reformen von Papst Franziskus, die diese Gegner auf den Plan gebracht haben. Gerne breit empfohlen.
Annemarie Schreibert
rezensiert für den Borromäusverein.
Der Pakt gegen den Papst
Andreas Englisch
Penguin Verlag (2022)
414, [12] Seiten : Illustrationen (farbig)
kt.