Kopf, Hand, Herz - Das neue Ringen um Status

Mit vielen anschaulichen Beispielen legt der Journalist dar, welchen Wertzuwachs die kognitive Kompetenz in den letzten Generationen weltweit errungen und eine Art Vormachtstellung erobert hat. Die Kopfleistung wurde seiner Ansicht nach systematisch Kopf, Hand, Herz - Das neue Ringen um Status überschätzt, sowohl im Ansehen als auch in finanzieller Hinsicht. Goodhart behauptet, dass die Akademisierung ihren Höhepunkt überschritten hat. Andere Werte wie "Hand und Herz", Familie und Nachbarschaft werden nun wieder mehr beachtet. Produktivität sollte vor allem im Gesundheitswesen nicht im Vordergrund stehen. Alte und Kranke sind dann gut versorgt, wenn man emotional auf sie eingeht. Ein Nebeneffekt der Tätigkeit im Homeoffice ist z.B., dass das Interesse an sozialen Themen und Tätigkeiten wie Kochen, Gartenarbeit, Reparieren wieder zunimmt. Der Autor will Facharbeiter/-innen aufwerten und den "normalen" Menschen neu wertschätzen. Kopf, Hand und Herz sollten gerecht anerkannt, respektiert, gewürdigt und in Harmonie gebracht werden. Politische Maßnahmen wie gute staatliche Dienstleistungen müssen das Wohlstandsgefälle abbauen. Hilfreiches Beispiel wäre das bedingungslose Grundeinkommen. Das Buch lebt von vielen Einblicken in die moderne Arbeitswelt und vergleicht sie mit der Geschichte und der Kultur Großbritanniens, Deutschlands und den USA.

Berthold Schäffner

Berthold Schäffner

rezensiert für den Borromäusverein.

Kopf, Hand, Herz - Das neue Ringen um Status

Kopf, Hand, Herz - Das neue Ringen um Status

David Goodhart ; aus dem Englischen von Jürgen Neubauer
Penguin Verlag (2021)

390 Seiten : Diagramm
fest geb.

MedienNr.: 603943
ISBN 978-3-328-60136-4
9783328601364
ca. 22,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: So
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