Die Prinzen vom Birkensee
Filip lebt mit seinen Eltern und Großvater Arnstein in einem Dorf in Norwegen. Seine Eltern und Großmutter Jennifer teilen sich die Pflege des alten Arnstein, der todkrank ist. Filip treibt die Frage um, weshalb Arnstein und sein Bruder Truls –
der nebenan wohnt – seit Jahrzehnten verfeindet sind und kaum noch ein Wort miteinander sprechen. Nach und nach erfährt er Arnsteins und Truls Geschichte. Als Kinder wurden die beiden von ihrem Vater zu Beginn des Ersten Weltkrieges immer wieder in die Nordmarka geschickt. Dort leben sie im Einklang mit der Natur. Sie fischen und jagen Vögel. Eines Tages begleitet ihr Bruder Tom Evens sie, ein behinderter junger Mann, der zu Hause nur Totem genannt wird. Als Totem ums Leben kommt, gibt Truls Arnstein die Schuld daran. – Elling beschreibt seine Figuren in einer bildlichen Sprache, häufig angelehnt an die Schönheit und Grausamkeit der Natur, in die Arnstein und Truls als Kinder eintauchen. Ellings Buch spürt menschlichen Regungen nach, etwa der spannungsgeladenen Beziehung zwischen Filip und dem alten Arnstein, wie ein Biologe den Phänomenen der Natur auf den Grund zu gehen versucht. Ein großartiger Roman, voller Klarheit und Poesie.
Walter Brunhuber
rezensiert für den Borromäusverein.
Die Prinzen vom Birkensee
Lars Elling ; aus dem Norwegischen von Frank Zuber
Penguin Verlag (2025)
332 Seiten
fest geb.