Sehnsucht nach Freiheit
1910 haben sich die Kapitänswitwe Marlene und ihre mit einem skrupellosen Werftbesitzer verheiratete Freundin Liv ihren Traum von einem Zufluchtsort für Frauen in Not erfüllt. Allerdings tut Livs Ehemann alles, um seine Frau zu demütigen. Auch
ist er für den Untergang seines maroden Schiffs und für den Tod von dessen gesamter Besatzung verantwortlich, kann aber die Schuld dafür Marlenes verstorbenem Mann in die Schuhe schieben. Trotz der Kontrolle durch ihren Mann verliebt sich Liv in Alexej, den unehelichen Sohn von Marlenes verstorbenen Mann Bjarne, von dem Marlene bis dahin nichts wusste. Obwohl sie noch um Bjarne trauert, verliebt sich Marlene in den Journalisten Oskar, der nicht nur ihr, sondern auch Liv zu ihren Rechten verhilft. – In flüssigem Stil erzählt Bomann vom Leben der Frauen Anfang des 20. Jh., das von Abhängigkeiten und Unterdrückung geprägten war. Immer im spannenden Moment bricht die Autorin einen Handlungsstrang ab und wechselt vom Erleben der einen zu dem einer anderen Figur. Dabei erzählt sie immer aus der Ich-Perspektive. Beides hält die Spannung aufrecht und bringt den Leser:innen die Figuren, vor allem die Protagonistinnen in ihren sich wandelnden Persönlichkeiten, sehr nahe.
Adelgundis Hovestadt
rezensiert für den Borromäusverein.
Sehnsucht nach Freiheit
Corina Bomann
Penguin Verlag (2025)
Die Frauen vom Rosenhag ; [2]
603 Seiten
kt.