Münter & Kandinsky
In München wird Gabriele („Ella“) Münter zur Künstlerin und lernt ihre große Liebe Wassily Kandinsky kennen. Zunächst ist sie seine Studentin, doch die beiden verbindet mehr als die Liebe zur Kunst. Sie werden ein Paar. Kandinsky ist noch
verheiratet und bleibt es trotz aller Liebesbekundungen an Ella auch. Auch wenn Kandinskys Frau im fernen Russland ist, kann oder möchte er sich nicht scheiden lassen. Mit Ella schließt er eine „Gewissensehe“. Zusammen mit anderen (u.a. August Macke und Franz Marc) sind Münter und Kandinsky an der Gründung der Künstlergruppe „Der Blaue Reiter“ beteiligt und schreiben so Kunstgeschichte. Münter führt die Redaktion für den legendären Almanach. Doch in der öffentlichen Wahrnehmung (auch innerhalb der Künstlergruppe) steht sie stets im Schatten Kandinskys. Später wird deutlich, dass seine wichtigsten Werke in der gemeinsamen Zeit entstanden sind. Beim Ausbruch des Ersten Weltkriegs muss Kandinsky als feindlicher Ausländer Deutschland verlassen, beide bleiben in Verbindung und sehen sich 1916 ein letztes Mal in Stockholm. Als Ella in den 1950er-Jahren der Stadt München ihre Privatsammlung schenkt (darunter etliche Kandinskys) wird das Lenbachhaus zum Museum des „Blauen Reiters“. – Die beiden Autorinnen erzählen die Geschichte einer alles andere als konfliktfreien Liebes- und Arbeitsbeziehung. Ausschnitte aus dem Briefwechsel zeigen die Nähe und Zerrissenheit, der Bildteil zeigt jeweils acht Werke von Münter und Kandinsky in Farbe, weitere Abbildungen sind schwarz-weiß. Das Buch begleitet einen Spielfilm aus 2024.
Felix Stenert
rezensiert für den Borromäusverein.
Münter & Kandinsky
Alice Brauner, Heike Gronemeier
Penguin Verlag (2024)
336, [8] Seiten : Illustrationen (teilweise farbig)
fest geb.