My next breath
"Ich bin der Ansicht, dass es im Leben vor allem auf das Tun ankommt". Mit diesem Satz gibt Renner schon zu Beginn des Buches den Ton für die restliche Biografie vor. Die Bedeutung von Gedanken und Emotionen wird von ihm als wesentlich geringer eingeschätzt
als die der Tat. So bekommt man vor allem zu Beginn des Buches das Gefühl, Renner würde im Selbstlob über seine heldenhafte Tat versinken. Im Verlauf treten jedoch auch die Schuldgefühle und das übersteigerte Verantwortungsgefühl, das er für seine Familie empfindet, deutlich hervor. So drängt sich immer mehr der Eindruck auf, dass er die Ereignisse, über die er berichtet, selbst nur unzureichend verarbeitet hat. Diese unreflektierte Darstellung ist an mancher Stelle anstrengend zu lesen und aus psychologischer Sicht ist eine Übernahme dieses Mindsets nicht unbedingt zu empfehlen. Demgegenüber stehen allerdings auch positive Aspekte. Er macht mit seiner Geschichte Hoffnung und legt eine lebensbejahende Einstellung an den Tag, die für Personen nach einer Nahtoderfahrung typisch ist. Insgesamt ist das Buch aber eher für Fans des Schauspielers zu empfehlen als für ein breiteres Publikum.
Agnes Schmidtner
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
My next breath
Jeremy Renner ; aus dem Amerikanischen von Johannes Sabinski
Penguin Verlag (2025)
288, [8] Seiten : Illustrationen (farbig)
fest geb.