Co
In einer reduzierten, zurückhaltenden Sprache erzählt Rina Schmeller von der Co-Abhängigkeit einer Frau. Ihr Ehemann ist alkoholabhängig. Das, was sie sich als verliebte junge Frau vom gemeinsamen Leben erhofft hat, wird immer mehr zu einem wehmütigen
Sehnen, denn sie erkennt, dass selbst eine große Liebe nicht ausreicht, um gegen die Sucht anzukommen. Man ahnt das zunehmende Erschrecken und die Gewalt, denen die Protagonistin ausgesetzt ist, doch die Brutalität muss von der Autorin nicht geschildert werden, um ihre beklemmende Wirkung zu entfalten. Wie es die Protagonistin nach vielen Jahren in kleinen Schritten und mit zahlreichen Rückschlägen schafft, sich aus ihrer Co-Abhängigkeit zu befreien und in ein selbstbestimmtes Leben zu finden, schildert Rina Schmeller eindrücklich und bewegend. Ein wichtiges und letztendlich ermutigendes Buch zu einem eher vernachlässigten Thema. Gerne empfohlen.
Kirstin Kreis
rezensiert für den Borromäusverein.
Co
Rina Schmeller
Penguin Verlag (2026)
205 Seiten
fest geb.